Reisetagebuch, 2. Woche: NGSE Austausch nach Gujarat, Indien

Tag 8-10: Vadodara

[03:39, 12.1.2018] Adrian Gössel: Nachdem wir schöne Tage in Rajkot und Sasan Gir verbracht hatten, war es Zeit sich von unseren neu gewonnenen Freunden zu verabschieden – nicht ohne das Versprechen sich wiederzusehen – und nach Vadodara/Baroda (die Stadt hat, wie viele andere, durch die Kolonialzeit zwei Namen) aufzubrechen. Kaum angekommen fanden wir uns auf einem Markt wieder und das shoppen begann. Besonders Stoffe sind hier besonders  günstig und farbenfroh. Der Tag neigte sich hier schon dem Ende zu und wir verbrachten die restlichen Stunden bei unseren jeweiligen Gastfamilien.[08:23, 12.1.2018] Adrian Gössel: Am nächsten morgen brachen wir zur Hauptattraktion Vadodaras auf – dem größten Privatwohnsitz Indiens, in dessen ersten Stockwerk die Königliche Familie verweilt, während im Erdgeschoss Touristen das Anwesen bewundern und im Garten, der auch einen Golfplatz umfasst, 1500 personenstarke Hochzeiten  gefeiert werden. Der Lukshmi Vilas Palast. Nachdem wir mit Audioguide das „nicht so bescheidene Haus einer äußerst bescheidenen Familie“ (Zitat aus dem Audioguide) erkundet hatten, kehrten wir zum Thali essen mit der rotaractischen Bande ein. Als Verdauungsspaziergang wählten wir den größten städtischen Park, der uns mit einem öffentlichen Zoo überraschte und mit leckerem Amul-Eis (dazu später mehr) zum Plausch auf der Wiese einlud.

[08:23, 12.1.2018] Adrian Gössel: Weitere Highlights unseres Aufenthaltes in Vadodara waren der Besuch der städtischen Radiostation und der größten Kooperative Indiens, Amul Dairy. Radio City heißt einer der Hauptradiosender Varodaras, der in einem unauffälligen Gebäude zwei Sendestudios und mehrere Büroräume für Musikplanung und -Zusammenstellung hat. Übrigens sind beinahe alle gespielten Song dieses Senders Lieder aus Bollywood Filmen – eine der wichtigsten Musikproduzenten dieses Landes. Und so kam es wie es kommen musste. Wir hatten uns gemeinsam zwei Filme angeguckt und kannten eines der Lieder besonders gut, da es auf der Fahrt nach Sasan Gir im Auto sehr oft gespielt wurde. Prompt gab es ein kleines Interview und eine Express-Tanzstunde mit der passendes Choreographie, die wir der Hörerschaft per Videoveröffentlichung auf Facebook  präsentieren sollten. Wir alle hoffen weiterhin, dass das Video der Öffentlichkeit vorenthalten bleibt…Nachdem wir also unsere nicht vorhandenen Tanzkünste präsentiert hatten und in den Tagesablauf indischer Radiomoderatoren und -Mitarbeiter eingewiesen wurden sprangen wir in unser Auto, um die hiesige Milchproduktfabrik Amul zu besichtigen. Amul is die größte Kooperative Indiens und gleichzeitig der größte Milchproduzent weltweit. Dennoch werden lediglich 2,5% der Erzeugnisse exportiert – zu schlechten Zeiten muss Amul sogar Produkte aus dem Ausland importieren. Weiterhin ist diese Kooperative jene, die die sogenannte “weiße Revolution“ in Indien ausgerufen hat: die erstmalige zentrale Verarbeitung und Distribution von Milch in Indien. Wo vorher Bauern an ihre Nachbarn und umliegende Dörfer täglich frische Milch verkauften, wird diese nun gesammelt, verarbeitet und über ganz Indien verteilt, sodass die Milch länger haltbar und verfügbar ist. So wurde erstmals überschüssige Milch sinnvoll weiterbehandelt und verkauft. Eigentümer der Kooperative ist jeder Bauer, der seine Milch dort verarbeiten lässt. Die Gewinne werden täglich ausgeschüttet. An dem Standort, den wir besichtigten, einer von 75 in Indien, werden hauptsächlich Butter und Milchpulver produziert, sowie Milch homogenisiert und pasteurisiert. Pro Stunde werden 30.000 l ankommende Milch verarbeitet.
Besonders das Milchpulver spielt in Indien eine große Rolle, da es vergünstigt oder umsonst an die arme Bevölkerung ausgegeben wird, um den Hunger zu bekämpfen und im Sommer Engpässe der Milchproduktion ausgleichen kann. Abgesehen von den drei wichtigsten Erzeugnissen produziert Amul alle weiteren vorstellbaren Milchprodukte und so kam es wie es kommen musste: zum Abschluss ein Eis.

Fotos: Adrian Gössel

Was ist ein NGSE Austausch?

Das „New Generations Service Exchange“ Programm, kurz NGSE, ist speziell für Studenten/innen und Berufsanfänger/innen vorgesehen. In einer Gruppe von 3-6 jungen Erwachsenen haben die Teilnehmer die Gelegenheit, das Reiseland innerhalb eines Monats kennenzulernen.
Der #distrikt1940 bietet das Programm zur Zeit in für zwei Länder an: Indien (D3060) und Taiwan (D3520).

Der Individual Exchange richtet sich an Einzelpersonen, die gerne nach dem Abitur, während der Semesterferien, der Ausbildung oder im Beruf für ein paar Wochen oder Monate eine berufliche Auslandserfahrung machen möchten. Entsprechend den Zielen Rotarys soll der Austausch ebenfalls eine humanitäre Komponente enthalten.
Das klingt spannend? Deine Bewerbung richtest du an deinen Rotary Club vor Ort.

Mehr Informationen zu den NGSE Programmen finden sich hier:
www.rotary-jugenddienst.de/distrikte/distrikt-1940/austauschprogramme-in-distrikt-1940/

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