Berufs- und Lebenserfahrung an Schüler weitergeben

Wie kann man Berufsdienst leben? Ein Erfahrungsbericht aus dem Rotary Club Ratzeburg-Alte Salzstraße von Wolfgang Rabach, der dort seit fast zwölf Jahren für den Berufsdienst zuständig ist

Der Berufsdienst bei Rotary ist im Vergleich zu anderen Serviceclubs besonders. Das stellte Rotary International schon 2009 in seiner Broschüre über den Berufsdienst fest. Es geht nicht nur um Berufsinformation. In diesem Dienst sind zuerst Zeit, persönlicher und beruflicher Einsatz, Lebenserfahrung, das „Netzwerken“ und erst in zweiter Linie das finanzielle Engagement gefragt.

Jeder Rotary Club kann die Unterstützung auf eine überschaubare Zielgruppe begrenzen. Nicht alle Gruppen, die unterstützungsbedürftig sind, können durch Rotary gefördert werden. Im Rotary Club Ratzeburg-Alte Salzstraße wird über das Motto des Berufsdienstes in dem entsprechenden rotarischen Jahr abgestimmt. Unter dem Motto dieses rotarischen Jahres „Berufs- und Lebenserfahrung an die Schüler weitergeben.“ werden Förderschülern und unbegleitete, schulpflichtige Geflüchtete im Berufsschulzentrum des Herzogtums Lauenburg unterstützt. Hier haben sich in den vergangenen Jahren fast ein Drittel der Mitglieder aktiv engagiert und die Erfolge möglich werden lassen.

Dieses Motto wird von drei Projektsäulen getragen. Die erste Säule umfasst das Erreichen der Bildungsabschlüsse (hier: Erster Allgemeinbildender Schulabschluss) sowie den Erwerb der Ausbildungsreife. Die zweite Säule steht für das Gestalten der beruflichen Zukunft, z.B. der Abschluß eines Ausbildungsvertrages. Die Begleitung der Schüler beginnt dabei im letzten Schuljahr und schließt mit Ablauf der Probezeit im ersten Ausbildungsjahr. Die dritte Säule beinhaltet Projekte, die die gesellschaftliche Teilhabe der Schüler erweitern soll. Dazu gehören vor allem Theater- und Musicalbesuche.

Durch die Kontaktbegrenzungen und Einschränkungen aufgrund der Covid 19-Lage reduzieren sich die unmittelbaren Unterstützungsmöglichkeiten der Schüler durch den Rotary Club. Der Unterstützungsbedarf bleibt jedoch bestehen. Er vergrößert sich leider dadurch, dass die infrastrukturellen und materiellen Voraussetzungen für die Schüler zuhause sehr verschieden sind.

Wolfgang Rabach, Mitglied im Rotary Club Ratzeburg-Alte Salzstraße, stellt fest, dass die Möglichkeiten des Berufsdienstes viele erfüllende Aufgaben bieten. Er plädiert jedoch dafür, dass nicht jährlich gewechselt werden sollte, da die Planungs- und Koordinierungskompetenz wichtig ist und das Netzwerken und Erfahrungen sammeln Zeit benötigt. Mitarbeit im Team des Berufsdienstes bietet nach seiner Meinung viele Gestaltungsräume und schafft Zufriedenheit beim Erreichen der Ziele. Unterstützung anzubieten beim Start in das Berufsleben und damit in einen neuen Lebensabschnitt, das schafft Dankbarkeit. Ein freundliches Lächeln beim Erhalt des Abschlusszeugnisses in der Schule oder bei der Übergabe des Ausbildungsvertrages gibt Anerkennung für die zeitintensive Mitarbeit im Berufsdienst.

 

Text: Wolfgang Rabach, Mitglied im Rotary Club Ratzeburg-Alte Salzstraße

Foto: Berufsbildungszentrum Mölln. Auf dem Bild ist die Buchübergabe eines Leseprojektes als Grafic Novel „Drei Steine“ von Nils Oskamp zu sehen. Neben Schülern sind dort die Klassenlehrerin Isabelle Willand, der Wolfgang Rabach, Mitglied im Rotary Club Ratzeburg-Alte Salzstraße, eines der 20 Bücher übergibt, sowie der Abteilungsleiter Dirk  Hofer zu sehen.

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