Ein rotarischer Blick zu den Sternen

Auch Rotarier haben nach der Arbeit einmal Freizeit. Und diese Freizeit verbringen alle unterschiedlich. Karl-Heinz Wenzlaff ist Mitglied im Rotary Club Bernau bei Berlin. Von Hause aus Mathematiker, blickt er in seiner Freizeit zu den Sternen auf.

Das Social-Media-Teammitglied Florian Gottschall traf den Hobby-Astronom im Urania-Planetarium Potsdam zum Interview. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die beiden Planeten Jupiter und Saturn. Karl-Heinz Wenzlaff erklärt, was es mit den beiden Giganten auf sich hat und warum ausgerechnet in diesem Jahr alle von ihnen reden?

Was haben Jupiter und Saturn mit dem Stern von Bethlehem zu tun?

Jupiter und Saturn sind Gasplaneten. Sie sind leichter als Wasser und normieren die größten Planeten unseres Sonnensystems. In diesem Jahr sind die beiden Planeten in aller Munde. “Jupiter und Saturn reichen sich die Hand”, schreibt die Neue Zürcher Zeitung. “Treffen sich sich zwei Planeten am Abendhimmel” heißt es in der Frankfurter Allgemeinen. Karl-Heinz Wenzlaff verrät uns,  wann man das spektakuläre Treffen der beiden am besten sehen kann.

Gemeint ist die große Konjunktion. Die zwei Gasplaneten, Jupiter und Saturn, stehen sehr eng beieinander am Himmel. Es kommt zu einer Zusammenkunft der beiden Planeten. Das Besondere: Diese Begegnung ereignet sich ungefähr alle 20 Jahre. Am 21. Dezember 2020 passiert es wieder. In diesem Jahr ist die Konjunktion sogar mit bloßem Auge erkennbar und somit als Spektakel für Groß und Klein sichtbar.

Wie entsteht das Phänomen der Planetenzusammenkunft? Jupiter und Saturn fliegen außerhalb der Erdbahn um die Sonne. Dabei ist der Saturn der Sonne entfernter als der Jupiter. Der Jupiter kleiner und umrundet deswegen schneller die Sonne, als es der Saturn tut.

Im Jahre 1603 beobachtete der Hof-Astronom Johannes Kepler eine solche große Konjunktion und begann über sie zu forschen. Er kam auf eine Wiederholung des Ereignisses im Zyklus von ungefähr 20 Jahren. Diese Erkenntnis reichte ihm nicht aus. Er begann in die Zukunft zu rechnen, um die Begegnung von Saturn und Jupiter voraussagen zu können. Doch auch die Vergangenheit blieb seiner Rechnung nicht verschont. So stellte Kepler fest, dass es im Jahre sieben vor unserer Zeitrechnung ebenfalls zu einer großen Konjunktion gekommen war. Er stellte eine Verbindung zur Geburt Christi und den Drei Heiligen Königen her.

“Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.”

So steht es im Matthäus-Evangelium geschrieben. Keplers Theorie, den Stern von Bethlehem zu erklären, besteht noch heute zwischen der Vielzahl an Theorien.


Wie kann man die Konjunktion beobachten?

Am 21. Dezember 2020 muss man sich mit der beginnenden Dunkelheit, in Berlin gegen kurz vor 16 Uhr, an das heimische Fenster begeben. Zunächst heißt es  warten, bis die Sonne untergeht. Etwa gegen 16.30 Uhr tritt die Nautische Dämmerung ein und die ersten Sterne sind am Himmel sichtbar. Jupiter sollte sich dann links vom Ort, wo die Sonne untergeht, zu erkennen geben. Ab 17 Uhr kann man auch den Saturn entdecken, er steht knapp oberhalb des Jupiters.

Ob es sich bei der großen Konjunktion um den Stern von Bethlehem handelt? Das weiß niemand. Der Stern von Bethlehem wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Aber dennoch lohnt sich am Abend des 21. Dezembers ein Blick in die Sterne, um das Schauspiel zu beobachten.

Text: Paula Profittlich, Rotaract Club Berlin
Interview/Video: Florian Gottschall/Louisa Madders
Foto: Pixabay.com

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