10 000 Euro: Rotary Club Berlin-Funkturm spendet Drachenboot für Blind Dragons

Lebenslust, Stärke und Weisheit: Dafür steht in China der Drache. Ein Boot im Namen des Drachens wurde am Samstag, den 14. April 2018 im Köpenicker Kanusportclub e.V. (KKC) zu Wasser gelassen und Florian Gottschall (Rotary eClub Berlin Global) und ich (Paula Profittlich, Rotex 1940) waren vom Social-Media-Team zur Übergabe dabei. Mit Kamera und Stativ im Gepäck machten wir uns bei anfangs noch regnerischem Wetter auf in Richtung Spree. Dort hatte der Rotary Club Berlin-Funkturm mit einer Spende von 10.000 Euro die Anschaffung eines Junior-Drachenboots (kleineres Drachenboot für bis zu zehn Sportler) für das Inklusionsprojekt der Blind Dragons unterstützt.

Der KKC ist ein Kanusportverein im Südostens Berlin, der sich vor allem die Förderung des Kinder-und Jugendsports auf die Fahne geschrieben hat. Neben klassischen Kanurennsport-Trainingsgruppen trainieren beim KKC mittlerweile auch schon vier Teams in der Abteilung Drachenboot. Und beteiligt dabei auch Blinde und Sehbehinderte.

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In einem klassischen Drachenboot haben bis zu 20 Paddler Platz. Weniger als zehn Sportler sollten jedoch nicht im klassischen Drachenboot Platz nehmen, denn mit so wenigen Sportlern lässt sich das Drachenboot nur sehr schwer auf dem Wasser bewegen. Genau diesem Problem mussten sich die Sportler vom KKC oft stellen. Häufig mussten Touren auf der Spree abgesagt werden, aufgrund mangelnder Teilnehmerzahlen beim Training. Die Absage erfolgte natürlich zum Leidwesen der sehbehinderten Sportler, die extra aus ganz Berlin zu diesem speziellen Training nach Köpenick angereist sind.

Dieses Problems hat sich der Rotary Club Berlin-Funkturm beherzt angenommen. Seit Mai 2012 sind die Blind Dragons Teil des Köpenicker Kanusportclubs e.V., eine Drachenbootsportmannschaft aus inzwischen neun Sehbehinderten und acht Sehenden. Als Steuermann konnte Horst Kastanowicz, das älteste Mitglied des Vereins, gewonnen werden.

Bei unserer Ankunft im Kanusportclub in Köpenick regnete es aus Eimern. Herzlich wurden uns Plätze im Trockenen angeboten und mit Blick aufs Wasser tauschten wir erste Informationen und Erlebnisse aus dem Sport aus.

Ich selbst war noch nie bei einer Bootstaufe dabei. Aus Film und Fernsehen ist der traditionelle Wurf einer Sektflasche gegen das Boot bekannt. Schnell stellte ich fest, die Drachenboottaufe ist fernab davon. Die gesamte Taufzeremonie war an die traditionell chinesische Taufe eines Drachenbootes angelehnt. Ute Böttcher vom Rotary Club Berlin-Funkturm wurde zur Täuferin des Drachenboots ausgewählt. Neben der Verbrennung von sogenanntem Höllengeld und dem Entzünden von Räucherstäbchen wurde anschließend auch der Drache des Boots zum Leben erweckt. Die Täuferin bemalte dazu die Augen, die Zunge sowie die Hörner des Drachens mit roter Farbe. So erhält der Drachen das Augenlicht, den Geschmack und die Kraft, die die Sportler dann zum Training auch brauchen.

Anschließend wurde das Drachenboot dann erstmals zu Wasser gelassen. Auch die Rotarier ließen es sich nicht nehmen, bei der ersten Fahrt des Drachenboots dabei zu sein. Nachdem alle zehn “Sportler” im Drachenboot Platz genommen hatten, wurde losgepaddelt! Mit Schwung und Kraft erreicht das Drachenboot schnell die andere Seite des Ufers. Auf der Rückfahrt zum Steg wurde das Boot dann abrupt gestoppt, so dass die Zuschauer am Ufer die Verbeugung des Drachens vor ihnen beobachten konnten. Auch das eine traditionelle Zeremonie. Wir am Ufer begrüßten die Ankunft des Drachenboots am Heimatsteg mit tosendem Applaus! Die gesamte Zeremonie wurden mit Musik chinesischer Klänge begleitet und auch die Zeremonie-Helfer in traditionellen chinesischen Kleidern gaben uns das Gefühl, selbst in China zu sein.

Bei Bratwurst und Salaten war dann noch Zeit, sich besser kennenzulernen und mit den Clubmitgliedern die Übergabe des Geschenks vom Rotary Club Berlin-Funkturm zu feiern!

Für Florian und mich war es ein ganz besonderer Drehtag. Wer kann schließlich schon von sich behaupten, bei einer Drachenboot-Übergabe dabei gewesen zu sein? Auch das anfängliche regnerische Wetter tat der guten Stimmung keinen Abbruch!

Paula Profittlich

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